Kategorie: Weihnachten

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Beschreibung

Die Weihnachtsgeschichte aus dem Lukasevangelium ist wohlbekannt. Maria und Josef kommen nach Bethlehem, hier wird ihr Kind geboren. Doch warum wies der Wirt sie wirklich ab und beging damit eine der größten Fehlentscheidungen der Geschichte? Was dachten die Schafe, als plötzlich der Chor der himmlischen Heerscharen auf ihrem Feld zu singen begann?

Zwölf Autoren und Autorinnen erzählen aus verschiedenen Perspektiven die Geschichte von der Geburt im Stall frisch und neu.

Keiner der Autorinnen, keiner der Autoren behauptet, genauso, wie sie es erzählten, sei es gewesen. Sie spielen mit dem Möglichen, wagen einen neuen Blick auf die altbekannte Geschichte und ihre Protagonisten. Und die schütteln plötzlich ihren Krippenspiel-Staub ab, sind keine Figuren mehr, sondern Menschen, die lieben und leiden.

Das Vorwort
Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. So beginnt die Weihnachtsgeschichte im Lukasevangelium. Wir haben sie schon oft gehört, vielleicht zu oft. Wir nehmen die Ereignisse der Heiligen Nacht als gegeben; aber stellen wir uns noch vor, was damals in Bethlehem geschah,
damals, als Jesus geboren wurde?
Die handelnden Personen sind vertraut, sie tauchen in jedem Krippenspiel auf: Josef, Maria und das Kind, der Wirt, die Hirten bei den Schafen, die Engel. Die Rollen sind klar verteilt und immer hat der Wirt die undankbarste, denn seit er dem Heiligen Paar nur einen Platz im zugigen
Stall überließ, gilt er aller Welt als ausgesprochen hartherzig. Doch eigentlich wissen wir kaum etwas über ihn. Denn der Evangelist Lukas erzählt die Geschichte von der Geburt Jesu mit eindrücklichen, aber spärlichen Worten. Wir erfahren von ihm so gut wie nichts darüber, wie es
Maria in den Wehen ging oder was Josef fühlte, als sein Sohn, der ja auch irgendwie nicht sein Sohn war, geboren wurde.
Unsere Autorinnen und Autoren spielen mit der Geschichte, verrücken sie ein wenig, erfinden sie neu und fördern so Unerhörtes zutage. Sie reisen zurück in der Zeit und berichten uns davon, welche Menschen in den Tagen der Volkszählung des Kaisers Augustus in Bethlehem lebten und was sie bewegte. Denn der Wirt hatte Kummer in jener Nacht, als Maria und Josef an seine Tür klopften, und spürte trotzdem, dass hier ein ganz besonderes Paar vor ihm stand. Wir erfahren, wie es dazu kam, dass ein Hirte, der doch eigentlich nur ein Stelldichein mit der Freundin hatte, plötzlich bei der Geburt im Stall helfen musste. Aus erster Hand wird uns berichtet, was der Engel wirklich dachte, als er über das Feld „Fürchtet euch nicht“ rief. Und auch ein Schaf namens Mosche hat weit mehr von dieser wundersamen Nacht mitbekommen, als man bis jetzt gemeinhin angenommen hatte, und ist zum
Glück nach längerem Zögern auch bereit, darüber Auskunft zu geben.
Aber wir können auch in der Gegenwart bleiben und uns vorstellen, was gewesen wäre, wenn Jesus in einem deutschen Gefängnis das Licht der Welt erblickt hätte. Oder wenn erst in der Talk-Show „Wandas Wahrheit“ aufgedeckt worden wäre, dass der Heilige Geist der Vater des Kindes ist.
Natürlich maßt sich keine der Autorinnen, keiner der Autoren an, zu behaupten, genau so, wie sie es erzählen, sei es gewesen. Sie spielen mit dem Möglichen, wagen einen neuen Blick auf die altbekannte Geschichte und ihre Protagonisten. Und die schütteln plötzlich ihren Krippenspiel-Staub ab, sind keine Figuren mehr, sondern Menschen, die lieben und leiden — und uns teilhaben lassen an ihrer Freude darüber, dass Jesus geboren wurde.
Geschrieben von Amet Bick, Berlin 2011